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Freitag, 20. April 2018

The as-Project (7): as-recordings from the SLUB (1)

Im Jahr 2016 habe ich mir die Bestände der Sächsischen Landes- und Universitäts-Blibliothek in Dresden ("Archiv der Stimmen") gründlich angeschaut und viel heruntergeladen. Mittlerweile kenne ich die Stärken und Schwächen dieses Archives, das ungefähr 18.000 Schellackseiten zum anhören und downloaden anbietet, ziemlich gut. Ein Vorteil ist die Vielfalt: Ich habe über 200 Aufnahmen aus der as-Matrizenserie dort gefunden. Manche sind bekannt, aber es sind auch einige seltene dabei. Der Nachteil ist, dass die Seiten nur als MP3 mit 160 KB/s überspielt sind. Noch schlechter sieht es bei der Sammlung Alfred Seiser aus, die in die Bestände der SLUB übernommen wurde und etwa ein Viertel der Bestände ausmacht. Dort sind die Aufnahmen nur als 64 KB/s MP3 Ein-Kanal-Mono-Datei zu bekommen (entspricht einer Bitrate von 128 kB/s bei Zwei-Kanal-Mono). Das ist etwas anachronistisch und wäre heute viel besser zu machen. Vermutlich hapert es aber sowohl am Personal, d.h. Geld, um die Sammlungen besser zugänglich zumachen, als auch am Knowhow. Bei der Sammlung Seiser sind regelmässig auch KEINE Matrizennummern angegeben, was mich als Sammler natürlich ärgert und den Wert mancher Aufnahme schmälert. Auch bei den anderern Aufnahmen ist meist nur die Katalognummer der Aufnahme angegeben und nicht die Bestellnummer der Platte. Diese muss man sich dann aus den oft schlechten Scans der Plattenetiketten (in niedriger Auflösung!) heraussuchen, wenn sie überhaupt zu entziffern sind.
Aber genug gemeckert: es ist immer noch die umfangreichste frei zugängliche Quelle für historische (Klassik-) Aufnahmen, und als solche möchte ich sie hier nutzen, um in meinem "as-Project" möglichst viele verschiedene Aufnahmen aus der as-Serie zusammen zu stellen.

(NB. Die 43-seitige Diskographie kann man sich HIER herunterladen! )


Ich beginne mit der Sängerin Hanna Müller-Rudolph. Wenn man nach ihr im Internet sucht, findet man nur die Information, dass man im Internet keine Informationen über sie findet. Die Lebensdaten sind also nicht bekannt. Ich habe alte Bühnenjahrbücher gewälzt und festgestellt, dass sie zumindest in den Jahren 1925, 1926, 1928 und 1930 in Wiesbaden an der Oper engagiert war. Leider besitze ich keine Wiesbadener Opern-Almanache (falls es überhaupt welche gab), aus denen man mehr entnehmen könnte. Auch kann ich nach den mir zur Verfügung stehenden Büchern sagen, dass sie 1918 noch nicht und 1935 nicht mehr im Bühnenjahrbuch aufgeführt wird. Irgendwann in diesem Zeitraum hat sie also in Wiesbaden gesungen und auch ein paar Plattenseiten aufgenommen. Acht Seiten in der as-Serie sind bekannt, von weiteren Aufnahmen in anderen Serien oder bei anderen Firmen weiß ich nichts. Immerhin kann ich aus meiner Sammlung ein Bild beisteuern.


Hanna Müller-Rudolph als Pamina

Als nächstes kommen drei Ensembleaufnahmen, deren wiederkehrende Sänger Robert Hutt (1878-1942) und Mafalda Salvatini (1888-1971) sind. Theodor Scheidl (1888-1959), der noch mehr Aufnahmen in der as-Serie gemacht hat, ist ebenfalls vertreten.



Mafalda Salvatini in Tiefland, Leiser Nr. 848

Dann kommen vier Titel von Delia Reinhardt (1892-1974). Sie sang von 1916 bis 1923 an der Münchner Oper und von 1924 bis 1939 an der Berliner Staatsoper. Mir als Bildersammler fällt auf, dass sich aus ihrer Münchner Zeit sehr viele Bilder finden, während aus späteren Zeiten die Bilder spärlich werden. Als ich noch Zivildienstleistender war, pflegte ich einmal eine Dame, die in den letzten Jahren des Lebens von Delia Reinhardt deren Haushälterin gewesen war. Sie erzählte mir, dass Delia Reinhardt viel gemalt habe und eine große Anhängerin der Anthroposophie Rudolph Steiners gewesen sei.

Delia Reinhardt, Privatfoto (?) ohne Verlag

Der Bariton Josef Groenen (1885-1959) war nur von 1915 bis 1916 offiziell an der Hofoper in Wien engagiert. 1917 bis 1944 war dann die Staatsoper Hamburg sein Wirkungsmittelpunkt, auch wenn er in den Jahren 1923 bis 1926 oft als Gast in Wien zu hören war. Aus dieser Zeit stammt wohl das Bild.


Josef Groenen

Über den Bass-Bariton Emil Fischer, der in Weimar sang und dort auch lebte, ist (für mich mit meinen Mitteln) nicht viel herauszufinden. Er scheint 1943 als Jude ein Opfer der Nazi-Diktatur geworden zu sein. In der Thüringer Allgemeinen findet sich ein Artikel von 2016, wo es um die Verlegung von Gedenksteinen für jüdische Opfer geht und Emil Fischer erwähnt wird. Dort heißt es:

"Für Familie Fischer sollen an deren letzter Weimarer Wohnadresse im Hellerweg 26 sieben Steine verlegt werden. Zur Familie gehörten Emil, angesehener Opernsänger am DNT (= Deutsches National-Theater Weimar), seine Frau Ella, ihre gemeinsamen Söhne Peter und Wolf (Peter starb 1934 eines natürlichen Todes) sowie die von Ella in die Ehe eingebrachten Söhne Gerhard und Hans Albrecht Sachs. Die beiden Sachs-Brüder flüchteten Mitte der 30er-Jahre nach Argentinien beziehungsweise in die USA. Emil, Ella und Wolf kamen nach ihrer Deportation am 28. Mai 1943 im Vernichtungslager Sobibór ums Leben."

Über Emmy (oder, auf den Schallplatten hier: Emmi) Leisner schreibt das Sängerlexikon:

Leisner, Emmy, Alt, * 8.8.1885 Flensburg, † 12.1.1958 Flensburg; sie sprang mit 16 Jahren in ihrer Heimatstadt Flensburg bei einem Konzert für eine indisponierte Sängerin ein. Sie studierte dann in Berlin bei Helene Breest und wurde dort durch den berühmten Chordirigenten Hugo Rüdel entdeckt. 1911 gab sie in Berlin ihre ersten Konzerte und Liederabende, die sogleich eine ungewöhnliche Beachtung fanden. Sie sang darauf in Konzerten mit dem Leipziger Thomanerchor unter Karl Straube und hatte ursprünglich vor, eine reine Konzertkarriere zu entwickeln. Man überredete sie jedoch 1912 bei den berühmten Aufführungen unter Jacques-Dalcroze in Hellerau bei Dresden die Titelpartie im »Orpheus« von Gluck zu übernehmen, die sie 1912 mit sensationellem Erfolg zum Vortrag brachte. Darauf schlug sie nun auch eine große Bühnenkarriere ein. An der Berliner Hofoper sang sie 1913 als Antrittsrolle die Dalila in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns und wurde danach als Amneris in »Aida« bewundert. Zu den weiteren Partien, die sie an diesem Haus sang, gehörten die Carmen, die Azucena im »Troubadour«, die Nancy in Flotows »Martha« und Aufgaben aus dem Wagner-Repertoire. Sie war 1913-21 an der Berliner Hofoper (seit 1918 Staatsoper Berlin) engagiert und gehörte 1923-25 dem Deutschen Opernhaus Berlin an. Hier wirkte sie 1923 in der Uraufführung der Oper »Holofernes« von E.N. von Reznicek mit. Bei den Festspielen von Bayreuth sang sie 1925 die Erda im Nibelungenring. Im Mittelpunkt ihrer künstlerischen Arbeit stand jedoch während ihrer gesamten Karriere ihre Konzerttätigkeit. Sie galt als eine der größten Liedersängerinnen ihrer Generation, dazu war sie eine bedeutende Bach- und Händel-Interpretin. Ihre Konzerte und Liederabende waren jahrelang Höhepunkte im deutschen wie im internationalen Musikleben. Noch 1951 trat sie in ihren Liederabenden vor das Publikum. Seit 1939 lebte sie in Kampen auf Sylt, nachdem sie mehrere Professuren an Musikhochschulen, die man ihr antrug, ausgeschlagen hatte. - Tiefe, hochmusikalische Altstimme, deren dunkler Bronzeton ebenso geschätzt wurde wie die Stilsicherheit und Ausdrucksfülle ihres Vortrages.

Schallplattenaufnahmen auf Pathé (wohl ihre ältesten Aufnahmen, vor 1914 entstanden), Odeon, Polydor (akustisch wie elektrisch gefertigte Aufnahmen), HMV (seit 1914; 1932 nochmals die Szene der Fricka aus der »Walküre«, während des Zweiten Weltkrieges Lieder unter dem Etikett von HMV-Electrola), DGG (Siemens Spezial); unveröffentlichte Edison- Platten.

[Nachtrag] Leisner, Emmy; wahrscheinlich fand ihr Operndebüt bereits 1911 am Hoftheater von Weimar als Erda im »Siegfried« statt. 1922-23 war sie an der Großen Volksoper in Berlin engagiert. Bei den Bayreuther Festspielen sang sie 1925 die Erda, die Waltraute und die 1. Norn im Nibelungenring. Sie gab bereits 1911 und 1912 (dann auch wieder 1921) Konzerte in Wien, 1922 in Oslo, 1928 an der Mailänder Scala, 1931 in Den Haag, 1931 und 1932 in London, 1939 in Florenz und Bologna (Hohe Messe von J.S. Bach), 1940 in Kopenhagen, 1919, 1921, 1930 und 1936 in Stockholm. 1913 nahm sie an einer großen Italien-Tournee (zusammen mit Georg A. Walter und A. van Eweyck) teil, bei der es zu Aufführungen der Matthäuspassion von J.S. Bach, u.a.in Mailand, Turin und Bologna, kam. - Ihre Schwester, Thyra Hagen- Leisner († 1938) war Sopranistin und wurde vor allem durch ihre Auftritte bei den Göttinger Händel- Festspielen bekannt. Dort sang sie 1920 die Titelrolle in der Händel-Oper »Rodelinda«, die sie bei den Festspielen von 1924 wiederholte und dazu die Romilda in »Xerxes« von Händel übernahm. Sie war seit 1914 mit Professor Oskar Hagen verheiratet, auf dessen Anregung die Göttinger Händel-Festspiele zurückgingen.

[Lexikon: Leisner, Emmy. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 14132 (vgl. Sängerlex. Bd. 3, S. 2038 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]


Emmi Leisner, Verlag Hermann Leiser Nr. 1982


Über Tino Pattiera und Alfred Piccaver, die beide ziemlich bekannt sind, schreibe ich heute nicht ausführlicher.

Tino Pattiera, Verlag Hermann Leiser 6622


Als letztes geht es um den Bariton Helge (Igor) Lindberg. Das Sängerlexikon schreibt:


Lindberg, Helge, Bariton, * 1.10.1887 Helsinki, † 3.1.1928 Wien; er studierte zuerst Violinspiel am Konservatorium von Helsinki, ging aber 1907 zur Ausbildung seiner Stimme nach München, wo er Schüler von Schinkel war. Abschluß seiner Gesangsausbildung in Florenz. Er wurde bekannt als Sänger und als Pädagoge und wirkte zuerst in Stuttgart (wo er auch in Opern auftrat), dann seit 1919 in Wien. Seine Konzertreisen führten ihn durch ganz Europa (Skandinavische Länder, Frankreich, England, Deutschland), wobei er sich vor allem als hervorragender Bach- und Händel-Interpret erwies. Seine Bedeutung liegt jedoch in erster Linie darin, daß er in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg das weithin unbekannte Liedschaffen des finnischen Komponisten Yrjö Kilpinen in zahlreichen Liederabenden zum Vortrag brachte.

Seine Stimme ist durch akustische Polydor-Aufnahmen aus den Jahren 1924-25 überliefert.

[Nachtrag] Lindberg, Helge; er gab regelmäßig Konzerte in den deutschen Großstädten; u.a. in München, Köln, Frankfurt a.M., Hannover, Bremen und Berlin, auch in Budapest aufgetreten. - Weitere Schallplattenaufnahmen auf Polyphon.

[Lexikon: Lindberg, Helge. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 14422 (vgl. Sängerlex. Bd. 3, S. 2078 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]

Die meisten Bilder zum Thema Helge Lindberg im Internet beziehen sich auf den Leiter eines Tanzorchesters gleichen Namens, der von 1898 bis 1973 lebte. Das Bild unten zeigt aber den Bariton Helge Lindberg, der mit zweitem Namen Igor hieß und oben beschrieben ist. Er machte 1925 einige wenige Aufnahmen in der as/ar-Serie, die auf Nordisk Polyphon, Grammophon und später noch einmal nach seinem Tod 1928 auf dem elektrischen Grammophon-Etikett erschienen. 2008 as stammt aus meiner eigenen Sammlung und nicht aus der SLUB und passte gerade gut hier hinein. Sie erschien gekoppelt mit 2007 as.


Helge Igor Lindberg 1917




The as-Project (7): as-recordings from the SLUB (1)


Hanna MÜLLER-RUDOLPH:
442 as - Tannhäuser: Dich teure Halle (Gram. 15975)
443 as- Elias: Höre, Israel 1. Teil (Mendelssohn) Gram. 15930
444 as - Elias: Höre, Israel 2. Teil (Mendelssohn) Gram. 15930
446 as - Lohengrin: Einsam in trüben Tagen (Gram. 15975)

Emmi LEISNER und Robert HUTT:
548 as - Troubadour: In unsere Heimat (Gram. 72747)

Mafalda SALVATINI, Theodor SCHEIDL, Otto HELGERS, Desider ZADOR:
669 1/2 as - Maskenball : Ach, mit der Gattin nächtlich zu schwärmen (Gram. 65642)

Mafalda SALVATINI, Robert HUTT, Theodor SCHEIDL:
671 1/2 as - Troubadour: Wilde Eifersucht im Herzen (Gram. 65642)

Delia REINHARDT:
849 3/4 as Freischütz: Leise, leise, fromme Weise (Gram. 72834)
851 as - Lohengrin: Einsam in trüben Tagen (Gram. 72775)
852 as - Freischütz: Und ob die Wolke (Gram. 72834)
853 as - Boheme: Man nennt mich nur Mimi (Gr. 72788)

Josef GROENEN:
944 as - Dinorah: Dich rächet meine Reue (Gram. 65721)
1031 as - Bajazzo Prolog (Gram. 65721)

Emil FISCHER:
1047 as - Jahreszeiten: Schon eilet froh der Ackersmann (Haydn) Gram. 19088
1048 as - Jahreszeiten: Nun scheint in vollem Glanze der Himme (Haydn) Gram. 19088

Emmi LEISNER:
1068 as - Ave Maria (Schubert) 72838
1073 as - Wo du hingehst (Becker) 72838
1403 as - Pieta Signore (Stradella) Gram. 65777
1404 as - Largo (Händel) Gram. 65777

Tino PATTIERA:
1369 as - Gioconda: Cielo e mar (Gram. 72877)
1373 as - Don Sebastiano: In terra solo (Donizetti, Gram. 72877)

Alfred PICCAVER:
1378 as - Meistersinger: Preislied B 22172, 72883
1379 as - Meistersinger: Am stillen Herd B 22173, 72883
1390 1/2 as - Bajazzo: No, Pagliaccio non son (Gram. 72882)
1416 as -Madame Butterfly: Addio florito asilo(Gram. 72882)

Helge (Igor) LINDBERG:
2007 as - Der Wanderer (Schubert) Polyphon ZS 62028
2008 as - Die Allmacht (Schubert) Gram. 19794
2070 as - Froh lacht die Brust in mir (Händel) Polyphon ZS 62028


DOWNLOAD MP3




Alfred Piccaver privat vor Aktgemälde


Above you find 27 recordings from the as-series (and one, 2008 as, from my own collection). They come from the SLUB, the Dresden Library of the Saxon University. You can listen to and download there 18.000 shellac sides in low resolution MP3 (160 kB/s or even 64 kB/s mono) and use them free for educational and cultural purposes. I have seached through the whole stock two years ago and downloaded a lot. Here is the first fruit of this exhaustive work.

Additional informations and photos are always welcome, especially in the case of Hanna Müller-Rudolph or Emil Fischer from Weimar.






Samstag, 7. April 2018

The as-Project (6) - Aufnahmen von Jaques Urlus in niederländischer Sprache

Mit Hilfe meines Lesers "trishengrin" aus New Hampshire, USA, kann ich hier die kompletten Aufnahmen präsentieren, die Jaques Urlus auf niederländisch in der as-Serie gemacht hat. Es fällt auf, dass kein einziger Wagner-Titel bei den Aufnahmen ist. Sie entstanden im Sommer 1923 (ich schätze im August), kurz bevor er für den Rest des Jahres auf Amerika-Tournee ging. Jaques Urlus (1867-1935) hatte eine lange Karriere und machte Aufnahmen zwischen 1901 (auf Pathé) und 1927 (zwei elektrische Aufnehmen auf Odeon). Die spätakustischen Aufnahmen, die hier präsentiert werden, werden im Sängerlexikon von Kutsch/Riemens nicht erwähnt.



Jaques Urlus als Tristan. Er sang diese Rolle zuletzt in seinem 65. Lebensjahr!

Jaques Urlus - as-Recordings


1315as       Tosca (Puccini): En de sterren zij straalden (E lucevan le stelle)          H22001


1316as       Pagliacci (Leoncavallo): Thans spelen (Vesti la giubba)                         H22002


1320as       Faust (Gounod): Gegroet, verblijf (Cavatina)                                             H22009


1321as       Tosca (Puccini): Welk zachte harmonie (Recondita armonia)              H22000


1322as       Trovatore (Verdi): O, gij mijn een'ge hoop (Ah! si ben mio)                 H22004


1323as       Aida (Verdi): O waar'ik veldheer thans (Celeste Aida)                          H22006


1324as       Carmen (Bizet): Bloempje, det gij mij hebt gegeven (La fleur)             H22005


1325as       Huguenots (Meyerbeer): Rein als de sneeuw (Plus blanche)                H22008


1326as       Africaine (Meyerbeer): O Paradijs                                                               H22007


1327as       Cavalleria Rusticana (Mascagni): Moeder de wijn was al te vurig      H22003


1328as       Stabat Mater (Rossini): Cujus animam                                                    J22011, H22011?


1329as       Ave Maria (Gounod)                                                                                      J22012, H22012?

all recorded summer 1923

DOWNLOAD MEDIAFIRE MP3 256 kB/s


Urlus als Parsifal



Instead of posting the entry of the Sängerlexikon of Kutsch/Riemens I quote from the CD inlay of the album Symposium 1433 about Urlus, which gives a solid biographical scetch. It is a pity that this fine record project Symposium does not exist anymore, but I was lucky to buy about 50 albums from an Ebay seller who sold off the remains of their CD stock. Here is the text, the author is not given. 


Jacques Urlus was born in 1867 at Hergenrath, a small town near Aix-la-
Chapelle, then in Germany now in Belgium. However, he was Dutch by parentage,
his father being from Limburg and his mother from Tilburg. When he was one
year old the family moved to his mother's birthplace. He went to the Fraterschool
until he was 12 years old and he was a boy soprano in the local church choir. His
father had a good baritone voice which he exercised with a wide range of operatic
arias. The boy, deciding on a career in music, was able to study the rudiments and
to buy a cornet, a piano being beyond the family's means, which he was allowed to
practice in an outhouse at the bottom of the garden. After school he was
apprenticed to a blacksmith and at 15 joined his father at a steel mill in Utrecht.
The following year a friend took him to the Fidelio Club where, after only two
weeks, he was invited to sing a solo in a performance of Haydn's Die Jahreszeiten.
After a further year he moved to the choir of the Minnebroeder Kerk, but the fair
there was largely Gregorian chant, which did not appeal to him. Hence, a further
move, this time to the Augustinerkerk, where he was able to take part in the great
masses of Haydn, Beethoven and Mozart. There being still no piano at home,
practice was regulated with a tuning fork.

At 19 military service called him to Zeist. An officer hearing him arranged
for him to enter the Brussels Conservatoire, but, fundless, he could not avail
himself of the offer. On completion of service he returned to Utrecht and joined
five music societies with the informal arrangement that he sang solos in lieu of
membership subscriptions, but he still had to find money for outfit and fares. On
being asked to sing for the Association of Church Choirs he said that his fee would
be 15 Guilders. It was granted. For his next engagement, a cavalry reunion, he
asked for 35 Guilders. This also was granted. The cavalry paid him scant attention,
but the pianist accompanying him thought him worth recommending to the local
opera manager and its leading baritone. Promises were not fulfilled. In 1893 he
married Hendrika Jacobs, who remembered him favourably from his days at the
Augustinerkerk. Her words of encouragement helped him forward and her work as
a dressmaker helped their finances. There were four sons and one daughter. The
quality of his singing was again brought to the notice of the local opera manager.
This time he was asked to audition for the conductor Kees van der Linden. After
some delay a contract resulted for him to sing the roles of Manrico and Wilhelm
Meister, but with the clause that he must take lessons.

The counsel of the majority of his acquaintances was that, with a young
family, he should stick to his trade. However his wife urged him to accept. He did
accept and studied for three months with Hugo Nolthenius. On the basis of a 20
Guilders weekly advance he was then able to move to Amsterdam for three years of
study under Antoon Averkamp and Cornélie van Zanten. He took the opportunity
of reading and studying intensively at the university library and the state museum.
In 1887 Urlus made his début on the concert platform in Utrecht. His début
in opera followed in 1894 when he appeared as Beppo in Pagliacci as a member of
the Netherlands Opera in Amsterdam. His first real success was an appearance in
Joseph by Méhul in which he replaced an inadequate tenor. He travelled with the
company all over the Netherlands gaining much experience. However, at the end
of the season, when the management announced a general cut of 25 %, he
auditioned at the Royal Flemish Opera of Antwerp. He was offered 300 francs per
month, but could not move, so he said, without consulting his wife. In fact he
showed the new contract to his Dutch employers who promptly re-employed him at
his previous salary. This sort of manoeuvre became a fairly regular feature of
Urlus's career, whilst, be it noted, he never actually broke a contract. Such
manoeuvres did not always work; on a later occasion he misplayed his hand
thereby losing an important chance to sing in Berlin.

Urlus showed his worth when the company's first tenor, Desiré Pauwels, fell
ill he was able to sing Tannhäuser at short notice in German. At this time he began
to sing on the concert platform and also he was able at last to buy a piano. When,
in the following season Pauwels decamped to the French Opera at the Hague, Urlus
was given a rise and told to prepare Lohengrin. He also appeared in Aïda, Carmen,
Faust and Die Walküre. During his fourth season ( 1897/1898) he sang with Sigrid
Arnoldson and Francisco d'Andrade. Perhaps becoming aware of their fees, he began to look around.

Urlus made his début abroad as Lohengrin at Hanover. Afterwards he and
Cato Engelen-Sewing, a colleague in the company, travelled on to Bayreuth to
audition for Cosima Wagner. No offer resulted, but on the way home he stopped at
Frankfurt-am-Main to sing for the director Claer. He was at once offered a contract
for 5 years at 20,000 Marks per annum, but as the director would not agree to leave
of three months if invited to sing at Bayreuth, he returned to Amsterdam and much
lesser pay. In 1900 he moved to Leipzig with the position of first tenor. The
director, Staegemann undertook to arrange guest appearances for him at Berlin,
Dresden and Vienna. In his first season he sang Nureddin (Barbier von Bagdad),
Oberon, Samson, Siegfried, Siegmund, Tristan, and Walther. At this time also he
sang the Evangelist in the St. Matthew Passion under Willem Mengelberg. He
continued to sing in Leipzig well into the 1920s. In his autobiography he
particularly recalled singing parts of the Ring Cycle in 1905 with Lilli Lehmann,
Nikisch conducting. By then she had silver hair but her voice was still magnificent.
She took work very seriously; including singing in full voice at all rehearsals. A
disagreement with Mahler precluded appearances in Vienna until 1908.
Urlus sang all over Europe, particularly in German and Dutch speaking areas
in which he sang the languages accordingly. His Covent Garden début was as
Tristan under Sir Thomas Beecham in 1910 and until 1914 he appeared every
season in the big Wagnerian roles. He first appeared at Bayreuth in 1911 singing
Siegmund with Minnie Saltzmann-Stevens as Sieglinde, Ellen Gulbranson as
Brünnhilde and Walter Soomer as Wotan. Siegfried Wagner thought extremely
highly of him. Tristan in Boston marked the occasion of Urlus's American début in
1912. Isolde was sung by Gadski. However, a greater impression was made on
Urlus by Nordica who sang succeeding performances. Sight-seeing in New York's
February weather brought on a cold so that his début at the Metropolitan Opera in
1913 was spoiled. Subsequent appearances, however, gained for him great praise
for voice, musicianship and acting. In 1914 the copyright on Parsifal ran out
allowing Urlus to sing the first performances in Leipzig and Covent Garden. A
critic at this time complained that wear was evident in Urlus's voice, but if it was it
was not reported or evident elsewhere.

1914. After covering for von Bary as Siegfried in Bayreuth, Urlus collected
his belongings from Leipzig and returned home. In October he sailed for New
York on a four-year contract with Gatti-Casazza. The list of operas in which he
appeared includes: Fidelio, Die Götterdämmerung, Lohengrin, Die Meistersinger,
Parsifal, Siegfried, Tannhäuser, Tristan und Isolde, Die Walküre and Die
Zauberflöte. His concert programmes included, besides Lieder, arias from operas
in which he not appear, L'Africaine, for example, and also arias from oratorios such
as Elijah. When the United States entered the war transatlantic travel became
dangerous and Gatti Casazza advised Urlus to remain there with his family. Urlus,
however, decided to return to Holland. The journey took a month and it became
impossible to return to the United States in time for the new season. Gatti Casazza,
performances of German operas being cancelled, was doubtless relieved to have an
excuse to inform Urlus that his contract was annulled.

In 1918 Urlus began to rebuild his career. He sang Das Lied von der Erde in
a performance conducted by Willem Mengelberg and he was soon engaged for 20
guest appearances per annum at Leipzig. Next he was asked to appear on the
concert platform at Copenhagen, Gothenborg and Stockholm. These appearances
led to guest performances as Canio and Lohengrin which he sang in Dutch and
German respectively. After the Armistice he sang at the Volksoper, Berlin until
inflation took hold. In 1921 Mengelberg mounted a major Mahler Festival in
Amsterdam. Urlus was engaged for Das klagende Lied, Lieder eines fahrenden
Gesellen and the eighth symphony.

He returned to the United States in 1923 as a member the German company
at the Manhattan Opera House. The takings at the box office were such that at the
end of the originally booked three weeks the company moved to the Lexington
Theatre for further four weeks. On his return to Europe Urlus sang at Zoppot and
the following year he was at Covent Garden for the first post-war Grand Opera
season in which he shared Siegmund and Tristan with Melchior and Soot.
At the start of 1926 Urlus was heard by wireless from Berlin and in the

1926/1927 season he appeared at the Berlin State Opera some 24 times; 
at the age of 63 he was still singing Florestan, Parsifal, Siegfried and Tristan. After an
appearance as Walther von Stolzing in 1932 there were a few concerts, the last
including Das Lied von der Erde. He was to have sung in Munich in the summer
of 1933, but on arrival there was a brush with officials over the position of his
name on posters. Apparently the Führer and Minister for Culture were to attend
and would expect the names of German artists to take precedence. Urlus got back
into his car and drove home.

Urlus underwent an operation in 1934 and he died suddenly in 1935. A
square in the town of Leiden is named after him.

Frequent appearances in Wagnerian roles led to Urlus being thought a
Heldentenor, but he was equally at home as Tamino, Faust and George Brown (La
Dame Blanche) and records from Euryanthe and Les Huguenots suggest, he was
perhaps nearer to Slezak or Knote then to Melchior. Be that as it may, in the big
Wagnerian roles he and Lauritz Melchior are generally considered the supreme
artists of the twentieth century. If Melchior is now the best remembered it is on
account of his making many more records than Urlus and, moreover, mainly by the
electric process. Both of them sing; there is not the smallest hint of Bayreuth-bark.
(Jean de Reszke and Hermann Winkelmann were essentially 19th-century artists
and in any case their recordings are so limited in number and are so unsatisfactory
technically that legitimate comparisons are not possible.)



Dienstag, 3. April 2018

Selected ar-Recordings (1)

Auch wenn ich nicht vorhabe, alle verfügbaren Aufnahmen aus der ar-Serie hier anzubieten, wird es nach dem letzten Artikel doch jetzt Zeit, hier ein paar schöne 25 cm-Aufnahmen aus der ar-Serie zu präsentieren. Als erste Auswahl habe ich einen bunten Strauss mit fünf verschiedenen Sängern und Sängerinnen zusammen gestellt.


Hermann Jadlowker privat mit Boheme-Partitur, Verlag Hermann Leiser 5167 

Den Anfang macht Hermann Jadlowker, der 14 Titel in der as-Serie aufgenommen hat. Dazu kamen 8 bisher bekannte Titel auf ar, von denen ich hier sechs anbieten kann. Es handelt sich um Aufnahmen mit sechs Liedern von russischen Komponisten, nämlich Tschaikowsky und Gretchaninov. Die beiden fehlenden ar-Aufnahmen sind ein kurzer Ausschnitt aus Lohengrin auf 979 ar und das Lied "Eros" von Grieg auf 988 ar. Falls es in der gleichen Zeit noch mehr Aufnahmen gab, wurden sie nicht veröffentlicht.


Die nächsten drei Sänger wurden bereits in der as-Serie vorgestellt, und ich nutze hier die Gelegenheit, die jeweils zwei 25-cm-Aufnahmen, die neben der 30 cm-Serie erstanden sind, nachzureichen. Es sind je zwei Aufnahmen von Curt Taucher, Karl Aagaard Oestvig und Selma Kurz.
Von Selma Kurz gibt es noch eine dritte 25 cm-Aufnahme, die hier fehlt (Der Vogel im Walde (Taubert) , 2488 ar).

Selma (Halban-) Kurz bei der Handarbeit, Foto von 1911

Und dann fand ich noch drei Aufnahmen aus der ar- Serie auf einer Piccaver-CD, die ich hier auch noch zufüge. Alfred Piccaver hat, wenn ich richtig zähle 17 Aufnahmen in der as-Serie gemacht (die eine überzählige Aufnahme wurde immer mit einer Aufnahme von Lauritz Melchior gekoppelt angeboten), die auch noch hier in diesem Blog veröffentlicht werden sollen. Es sind besonders viele Arien in Originalsprache (italienisch und französisch), die er in dieser Serie hinterlassen hat. Hier sind noch zwei von insgesamt 18 Aufnahmen aus der ar-Serie. Ich hoffe, im Laufe der Zeit kann ich noch mehr davon zusammentragen. Die spätakustischen Aufnahmen von Piccaver sind nicht leicht zu finden, während die elektrischen Aufnahmen relativ gängig sind. Neben diesen hat er noch für Odeon (1912-14) und für VOX aufgenommen (ca. 1920).


Alfred Piccaver, Werbefoto für die hier vorgestellten Aufnahmen
für das Schaufenster von Schallplattengeschäften


Selected ar-Recordings (Vol. 1)

Hermann Jadlowker:

982 ar - Kein Wort Dir, der Freude oder Klage Op. 28.5  (Tschaikowsky) Gr. 70640
983 ar - Serenade des Don Juan (Tschaikowsky) Gr. 70640
984 ar - Warum Op. 6.5 (Tschaikowsky) Gr. 70645
985 ar - Heimat Op. 1.4 (Gretschaninov) Gr. 70634
986 ar - Wiegenlied Op. 1.5 (Gretschaninov) Gr. 70634
987 ar - O du mondhelle Nacht Op. 73.3 Op. 6.5 (Tschaikowsky) Gr. 70645

Curt Taucher: 

1494 ar - Siegfried Schmelzlied (Gram. 70668)
1495 ar - Siegfried Schmiede mein Hammer ein hartes Schwert (Gram. 70669)

Karl Aagaard Oestvig:

1943 ar - Zueignung (Strauss) 70665
1944 ar - Ich liebe Dich (Strauss) 70666

Selma Kurz:

2489 ar - Ballo in Maschera - Saper voreste  70674
2490 (1/2?) ar - Ave Maria (Bach-Gounod) 70675

Alfred Piccaver:

2580 ar - La Boheme - Testa adorata (Leoncavallo) 70678
2587 1/2 ar - Fedora - Amor ti vieta (Giordano) 70682


982 ar - 987 ar rec. early 1921, 1494 ar - 1495 ar rec. early 1922,
1943 ar - 1944 ar rec. ca. Oct. 1922, 2489 ar - 2490 ar rec. ca. Juli 1923 ,
2580 ar - 2587 1/2 ar rec. ca. July/Aug. 1923


DOWNLOAD MEDIAFIRE MP3 256 kB/s     (am 7.IV.18 korrigiert)



Here are the first of my "Selected ar-Recordings". The collection gives the 25 cm-recordings of Curt Taucher, Selma Kurz and Karl Aagaard Oestvig, which belong to the as-recordings already published. And additional there are six of the eight ar-recordings of Hermann Jadlowker and two of the eighteen ar-recordings done by Alfred Piccaver. The selection will be continued, and all recordings are tagged in a way that you can copy them in one big Folder and get the recordings listed in chronological order.

More of Jadlowker, namely his complete electric recordings, can be found on my blog here:
https://recordplayer78.blogspot.de/2016/02/hermann-jadlowkers-complete-electric.html


Samstag, 31. März 2018

The ar-matrix series (25 cm) - An overview

It is a bit artificial and unnatural just to concentrate on the 30 cm recordings, but at the beginning of my collection of numbers I was mainly focused on the as-recordings and did not collect the data of the relating ar-numbers of the 25 cm-recordings made by the same engineer. I changed this a few years ago, but today my knowledge about the 25 cm ar-matrix numbers is smaller than that about the as-recordings. I am working to publish a "beta-Version" of the ar-numbers discography, but things are much more complicated with this series. At first, the sum of the made recordings is much bigger than that of the as-recordings. When the as-series finished at the end of 1925 or the beginning of 1926 with the number 2212 as, the ar-numbers were about 3800 (i.e. 3811 1/2 ar is a recording of Lucie Bernardo and is made about December 1925). And, with the smaller "cheaper" format, many of the recordings made were popular music or dance band music. This is an area of knowledge I am not familiar with, and many of the recorded popular recordings are as rare as the classical ones of the same series and no sources for them can be found.

Only some of the 30 cm-recordings were made in foreign countries outside Germany. With the 25 cm-recordings this was much more common, and there are many gaps in numbering where probably recordings were made in Greece, Turkey and other countries I have no connections to. The practice of making foreign recordings was already existent in the years 1920-1925, but after this it seems that the production of further ar-recordings has gone entirely into the foreign countries. A reason may be, that in these technically underdeveloped countries it was still possible to sell acoustic recordings, and maybe it was in the first years of the electrical recording process easier to transport the acoustical recording equipment than large microphones and amplifiers, which needed a stable electrical supply to work properly. So it comes that many acoustical recording in the ar-series were made from 1926 on in i.e. Arabian countries or Greece. Even if there are many gaps, it can be seen that about the end of 1926 and the beginning of 1927 there was also a recording series in Copenhagen, (numbers about 4700 ar to 4791 ar) and a recording series in Vienna (4800 ar to ca. 4900 ar). 5037 ar and 5073 ar is from Sofia (Bulgaria). The highest known numbers are 5453/54 ar and 5467/68 ar with recordings from Greece. These must be made near the end of 1927, when the electrical recording process was common everywhere else in technical developed countries.



Example for foreign popular recordings: unknown ar-number - Number ist scored out in wax and not readable, "ar" can be deciphered  (Photo is from Ebay, no further informations)


I have concentrated on the classical and vocal recordings in the ar-series, and I will publish some of them later. For today I am giving a table where the relation between the as- and ar-series can be seen.






Zusammengehörige, vermutlich am gleichen Tag aufgenommene Titel auf 30 cm (as) und 25 cm (ar) Platten:

 (corresponding as- and ar-Numbers:)



Interpret        
as-Nummer               
zugehörige ar-Nummer



RUNGE
4/5 as
71/72 ar
Kapellmeister Max TAUBER
13/14 as
76/77 ar
Orch. Württ. Landestheater, Fritz BUSCH
15-18 as
92-95 ar
MELCHIOR
313/314 as
742½-746 ar, 766-776 ar
MELCHIOR
313/314 as
(evt. 842-5 und 856-61 ar?)
PATTIERA 
324 as
893 ar
HAFGREN-DINKELA
329-339 as
901 ar
ONEGIN
355-363 as
943-45 ar
JADLOWKER
384-391 as, 410-415 as
979-989 ar
KAPLICK
441 as
1088-1091 ar
SCHORR
465-68 as
1108/9 ar



SCHLUSNUS
477-79 as
1110/1 ar
SCHORR
480/1 as
1112/3 ar
PATTIERA
532-5 as
1123-27 ar
MAYR
538 - 546 as
1132/33 ar
STÜCKGOLD                                 
554 as
1135 ar
HANSEN
560 as
1162/1182-83./1191 ar
MAYR
684 as
1393-1403 ar
SCHLUSNUS
740-43 as
1470 ar
TAUCHER
749-758 as
1495/96 ar
SOOT
748-58 as
1494/5 ar
WILDBRUNN                        
771-3 as (813-5 as?)
1534 ar
Salonorchester GILARDELLI
886-887 as
1741-1742 ar
OESTVIG
904-909as
1943-4 ar
REHKEMPER
917-22 as
1951-54 ar
PICCAVER
1368-1385 as
2575-2595 ar
MAYR (3338 ar evtl. später einzeln?)
1576-79 as
3338 ar
BOHNEN
(1685-87 as) 1895-1901 as
3499-3500 ar
LINDBERG                 
2007/8 as
3551/3553 ar
SCHLUSNUS
2067-69 as
3578-82 ar
SCHLUSNUS
2158 as
3643 ar




Hüni-Mihacsek, Matrix 1665 ar


Es wird Zeit, auch etwas über die zur as-Serie zugehörigen Aufnahmen auf 25 cm-Platten zu sagen, da sie zusammen entstanden sind und man die eine Serie nicht ohne die andere betrachten kann. Oft wurden in der gleichen Aufnahmesitzung Aufnahmen auf 30 cm- und auf 25 cm-Matrizen vorgenommen. Für die Datierung hilft es, solche Zusammenhänge zu betrachten, und dazu dient die obenstehende Tabelle. Sie ist nicht vollständig, gibt aber einen ganz guten Überblick.

Die ar-Serie (25 cm-Platten) begann vermutlich etwas vor den 30 cm-Aufnahmen. Die ersten Titel waren Aufnahmen von Otto Reutter, die wohl spätestens im Oktober 1919 entstanden sind. Kurz danach wurde auch die "ernste" Musik in Angriff genommen, und eine Menge Opern- und Klassikaufnahmen entstanden in der Zeit bis Anfang 1926. Sänger, die 30 cm-Platten aufgenommen haben, haben meistens auch 25 cm-Aufnahmen gemacht. Diese waren im Verkauf billiger, aber auch nicht so "exklusiv" wie die 30 cm-Aufnahmen. Trotz dieser Koppelung der beiden Serien bei Aufnahmen mit klassischer Musik sind in der ar-Serie in erster Linie Aufnahmen mit Unterhaltungs-Musik gemacht worden.

Dies war mit ein Grund, dass ich als Klassik- und Gesangsfreund in früheren Jahren die Daten von ar-Matrizen nicht sehr intensiv gesammelt habe und deshalb heute nicht so viel Wissen darüber habe wie über die as-Nummern. Ich hoffe aber, dass ich demnächst eine erste fragmentarische Aufstellung von ar-Nummern veröffentlichen kann. Bisher habe ich erst ca. 10 Seiten Angaben aufgelistet, gegenüber mehr als 40 Seiten für die as-Serie, die insgesamt nur weniger als halb so viel Aufnehmen umfasst.

In der Zeit um den Jahreswechsel 1925/26, als die letzten veröffentlichten as-Aufnahmen gemacht wurden (2111/ 2112 as von Leo Schützendorf), waren bereits ca. 3800 Aufnahmen in der ar-Serie entstanden. Währen die 30 cm-Aufnahmen mit dem Aufkommen des elektrischen Aufnahmeverfahrens eingestellt wurden, wurde die 25 cm ar-Serie anscheinend noch ungefähr ca. zwei Jahre im Ausland weitergeführt. Dies mag daran gelegen haben, dass in technisch unterentwickelten Ländern wie den arabischen Ländern, der Türkei, Griechenland oder Bulgarien die elektrisch verstärkten Abspielgeräte noch überhaupt nicht verbreitet und zu teuer waren, so dass die Vorteile des neuen Aufnahmeverfahrens nicht zur Geltung kamen. So blieb das akustische Verfahren noch länger konkurrenzfähig als in Westeuropa. Auch vermute ich, dass die Aufnahmeapparatur selbst, die ja überall an die Orte, wo die Aufnahmen gemacht wurden, mitgenommen werden musste, für akustische Aufnahmen handlicher und kleiner war als die ersten elektrischen Röhren-Verstärker und empfindlichen Mikrophone. Und zuletzt wird die elektrische Aufnahmeapparatur auf ein stabiles Stromnetz angewiesen gewesen sein, das in technisch unterentwickelten Ländern zwischen 1926 und 1927 wohl eher nicht zur Verfügung stand.

Aus der Zeit ab 1926 sind nur wenige Aufnahmen bekannt, und es gibt große (Wissens-)Lücken in der numerischen Abfolge der ar-Nummern. Ich gehe aber davon aus, dass zu jeder Nummer auch eine Aufnahme gemacht wurde, so dass uns die Angaben zu ca. 1500 Aufnahmen fehlen. Man kann aber erkennen, dass um den Jahreswechsel 1926/27 noch eine Aufnahmeserie in Kopenhagen stattfand (ca. 4700 bis 4791 ar) und wenig später in Wien (ca. 4800 bis 4900 ar). Von diesen Platten lassen sich in unseren Breiten hin und wieder Exemplare finden. Es gibt aber noch viel mehr, und aus der Menge der aufgenommenen Platten sind mir (durch Hilfe von...) nur Aufnahmen aus Bulgarien (5037 ar und 5073 ar) bekannt. Die letzten und höchsten bekannten ar-Nummern sind 5453/54 ar und 5467/68 ar für Aufnahmen aus Griechenland. Diese dürften Ende 1927 oder wenig später entstanden sein.

Da es in dieser Serie so viele Aufnahmen gibt, die von wenig Interesse für Opernfreunde sind, werde ich eine Serie mit ar-Aufnahmen starten, die ich "Selected ar-Recordings" nennen werde. Ich werde dabei nur die für mich interessanten bzw. die überhaupt zugänglichen Titel veröffentlichen - im Gegensatz zur as-Serie, wo ich versuchen will, möglichst jede Platte, die ich bekommen kann, auch hier im Blog zur Verfügung zu stellen.

Zu erwähnen bleibt noch, dass es beim dänischen Zweig der Gramophone Company ebenfalls eine Matrizenserie mit dem Kürzel AR gab, die ähnlich wie die kleingeschriebenen ar-Nummern, um die es hier geht, ungefähr Anfang 1920 gestartet wurde. Die Buchstaben dort werden jedoch immer groß geschrieben, und es handelt sich um 30 cm-Platten, die mit der hier besprochenen Serie nicht zu tun hat.